Sven Schreivogel / Alexander Siebrecht (Hg.)
Filmbüro Göttigen - 2026, Verlag Schüren
In den 1950er Jahren war Göttingen ein bedeutendes Zentrum des deutschen Nachkriegsfilms und galt damals als modernster Studiokomplex Deutschlands. Bis 1961 wurden hier rund 100 Spielfilme hergestellt, darunter zahlreiche Heinz-Erhardt-Komödien und Antikriegs-Filmklassiker. Beheimatet war dort auch größte Zeichentrickstudio. Das Buch umfasst 35 Beiträge von 27 Autoren und Autorinnen. Die Herausgeber sind zugleich Gründer des Filmbüros Göttingen und engagieren sich seit Jahren für die Aufarbeitung von Filmgeschichte.
Im Anschluß an die Buchvorstellung zeigen wir ROSEN FÜR DEN STAATSANWALT
Gäste: Sven Schreivogel, Alexander Siebrecht
ROSEN FÜR DEN STAATSANWALT
Regie: Wolfgang Staudte
BRD 1959, 98 Min., OmU, FSK: 12
Mit: Martin Held, Walter Giller u.a.
In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs wird der Soldat Rudi Kleinschmidt wegen angeblichen Schokoladendiebstahls von Kriegsrichter Dr. Schramm zum Tode verurteilt. Ein Zufall rettet ihm das Leben. Mehr als zehn Jahre später begegnen sich die beiden wieder: Schramm ist inzwischen ein angesehener Oberstaatsanwalt in der Bundesrepublik und hat seine nationalsozialistische Vergangenheit erfolgreich verdrängt. Als Kleinschmidt erneut mit dem Gesetz in Konflikt gerät, übernimmt Schramm selbst die Anklage und verfällt immer stärker in seine alte Rolle. Mit bitterer Ironie und schwarzem Humor erzählt Wolfgang Staudte von der Verdrängung der NS-Vergangenheit und dem Fortbestehen autoritärer Strukturen im Nachkriegsdeutschland.
Außenaufnahmen: Göttingen und Umgebung, Kassel, Hannover