Turid Müller: Teilzeitrebellin

Musikkabarett & Chansons

Turid Müller singt von der täglichen Grätsche zwischen Ideal und Wirklichkeit, über Politik und Gesellschaft und von dem ganzen vertrackten Wertechaos, dem niemand entkommt. Nicht mal sie selbst.

 

Die lächelnde Blondine im kleinen Schwarzen spießt treffsicher auf, was wir nur allzu gern unter den Teppich unserer eigenen Prinzipien kehren. Sie greift Themen auf zwischen Rechtsruck und Werbefernsehen, Burnout und Demenz, Kapitalismus und Feminismus. Worte und Noten der Lieder stammen aus eigener akribisch gespritzter Feder. Mit dem Blick einer Diplompsychologin schürft sie tief aber nie unter der Gürtellinie.

 

Die Müller fesselt uns, und das schneidet auch mal ins Fleisch. Bis sich dann unerwartet hinter den geschliffenen Worten die empathische Seele offenbart und uns die Hand aufs Herz legt. Nicht wegzudenken: Stephan Sieveking, der Mann an den Tasten. Leise und lakonisch, höflich und hinterlistig.

 

Was immer Sie über Frauen im Kabarett denken mögen. – Dies ist ein Abend ohne Diät-Witze und Geschlechterkampf-Plattitüden. Garantiert! Abnicken von Politiker-Bashing findet nicht statt. Wer es seicht mag, ist hier falsch.

Das Debütprogramm zwischen PolitChanson und PsychoPop lässt uns ohne Sicherheiten zurück. Aber mit einem beherzten Griff an die eigene Nase. Und mit einem frischen Blickwinkel auf die Frage: „Ist das noch Psychiatrie oder schon Politik?“

 
 
 

 

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